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Liebe Eltern,
wir müssen Ihnen an dieser Stelle leider mitteilen, dass Starfish & Cookies das Vorhaben der Eröffnung einer U3 Kindertageseinrichtung in Frankfurt aufgegeben hat.
Hinter uns liegt eine gut dreijährige Planungszeit, in der sich meine Frau und ich ehrenamtlich neben unseren normalen Berufen mit dem Projekt Starfish & Cookies beschäftigt haben. In dieser Zeit haben wir einiges an Erfahrung im Bereich U3 Kinderbetreuung in Frankfurt sammeln können. Die Erfahrungen mit den verantwortlichen Behörden der Stadt waren leider oft ernüchternd und haben schlussendlich zu dieser Entscheidung geführt.
Eine geeignete Liegenschaft zu finden, in der sich die hohen Anforderungen dieser Art der Nutzung (Brandschutz, Größe, Außengelände, Akzeptanz bei Vermietern und Mitmietern, etc.), aber auch unsere persönlichen Vorstellungen von Lage, Qualität und Stil, umsetzen lassen, stellte sich als schwierigste Aufgabe heraus. Nichtsdestotrotz sind wir einige Male fündig geworden, waren jedoch jedes Mal fragwürdigen Entscheidungen des zuständigen Amtes ausgeliefert, die das jeweilige Projekt scheitern ließen. Dazu nur ein paar Beispiele was hinter den Kulissen passierte:
- Die Genehmigung des pädagogischen und organisatorischen Konzeptes dauerte weit über ein Jahr. Termine mit dem Amt müssen grundsätzlich Monate im Voraus geplant werden, das Lesen eines Konzepts kann schon mal 6 Monate dauern.
- Eine schöne Hinterhaus-Immobilie im Nordend wurde von uns mit einer zweigruppigen Einrichtung beplant. Nach einer Brandschutzberatung war der Architekt schon in der Genehmigungsplanung als die Stadt die Brandschutzbestimmungen änderte. Die neuen Anforderungen bedeuteten das Aus für die Finanzierbarkeit.
- Eine Immobilie im Westend wurde mit Hinweis auf die nicht ausreichende Größe vom Stadtschulamt abgelehnt. Nach mehrmaligem Auffordern der Zusendung der neuen Raumgrößen-Tabellen, erreichte mich 3 Monate später das angeforderte Dokument, die Immobilie war im Übrigen nicht zu klein gewesen.
- Eine weitere Immobilie im Westend, die wir mit zwei Gruppen beplanen wollten, wurde vom Stadtschulamt von Vornherein abgelehnt, da zusätzliche U3 Kitaplätze nicht mehr in der Bedarfsplanung für das Westend vorgesehen waren. Ein Schlag ins Gesicht für all die vielen Eltern aus dem Westend, deren Anfragen uns regelmäßig erreichten und ein Hinweis auf die schlechte Bedarfsplanung der Stadt.
- Um bei der Immobilien-Suche flexibler zu sein, entschieden wir uns auch nach Liegenschaften für ein eingruppiges Krippenangebot zu suchen. Wir fanden eine sehr geeignete Liegenschaft in Sachsenhausen-Nord (Brückenstrassenviertel), um dann zu erfahren, dass eingruppige Einrichtungen neuer Träger generell nicht mehr von der Stadt gefördert werden. Auf eine triftige Begründung warten wir bis heute.
Wir haben bis heute viel Zeit und auch Geld investiert, sind jedoch zu dem Entschluss gekommen, dass sich der ganze Ärger nicht lohnt und wir das Projekt beenden müssen.
Man darf gespannt sein wie der U3 Ausbau bis 2013 voranschreitet, die 50 Prozent Quote wird nicht erreicht werden, das kann man jetzt schon sicher sagen. Bürgermeisterin Ebeling, der das Stadtschulamt unterstellt ist, betont gerne, dass nicht nur auf die Quantität sondern insbesondere auf die Qualität der U3 Betreuungsangebote geachtet werden muss. Aus dem was meine Frau und ich selbst gesehen oder in Gesprächen mit unzähligen Eltern betreuter Kinder erfahren haben, ist es um diese aber leider auch nicht gut bestellt in Frankfurt. Gerade da wollten wir uns ehrenamtlich betätigen und etwas ändern. Leider scheint dies in Frankfurt nicht gewollt zu sein.
Wir wünschen Ihnen trotzdem viel Erfolg bei der Suche nach einem geeigneten Krippenplatz für Ihr Kind.
Mit freundlichen Grüssen,
Tobias Nickel,
Geschäftsführer Starfish & Cookies gemeinnützige GmbH


